Wie ist die Craniosacral-Therapie entstanden?

Die Craniosacral-Therapie wurzelt in der Osteopathie. Schon deren Gründer, Dr. Andrew Taylor Still, bezeichnete 1874 den Liquor als »flüssiges Licht«. Die eigentliche Craniosacrale Behandlungsmethode wurde durch Dr. William Garner Sutherland in den fünfziger Jahren entwickelt. Er erforschte die Zusammenhänge von Seh- und Hörstörungen, von Kopfschmerz und ähnlichen Symptomen mit der pulsatilen Beweglichkeit des Schädelknochen, die für den freien Liquorfluss nötig ist. Ein eingeschränkter Liquorfluss, sei es durch Unfälle, Schockzustände, Muskelspannungen oder Operationen, wirkt sich negativ auf den Körper und die Vitalität aus.Durch Dr. Sutherland wurde die Erkenntnis, dass sich die Schädelknochen ganz sachte und minimal bewegen – sozusagen »atmen« – wieder salonfähig. Dies löste die weitverbreitete Meinung ab, dass alle Schädelknochen fest miteinander verwachsen seien. Heute ist erwiesen, dass der Körper um so gesünder ist, je freier der Liquor fließt und je leichter sich die Schädelknochen mit diesem »Lebensatem« bewegen können. Die Entdeckung Dr. Upledgers, dem in den siebziger Jahren die deutliche Bewegung der Rückenmarkshaut bei einer Operation auffiel, vertiefte die Erforschung dieser Ebbe- und Flut-Bewegung im Innersten unseres Körpers auf’s neue. Seither ist diese Arbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Das biodynamische Modell

Ein neueres Erklärungsmodell, das Lehrer wie Rollin Becker und Franklyn Sills und Michael Schubert vertreten, orientiert sich weniger an den äußeren Strukturen und legt statt dessen den Fokus auf die Kräfte, die uns bewegen. Demnach ist die „biodynamische Potency“ eine jedem Lebewesen innewohnende, ordnende Kraft. Sie sorgt für Gleichgewicht, Ordnung und immer wieder Reorganisation. Sie entsteht im Moment der Empfängnis und bleibt bis zum Tod. Sie wirkt in einer Art Magnetfeld, an dem sich der Körper und alle Gewebe immer wieder ausrichten, im kleinen wie im großen. Demnach besteht Craniosacral-Therapie darin, mit dieser Kraft in Kontakt zu treten und ihr zu ermöglichen, sich zum besten Nutzen des Patienten zu entfalten.